Die Essentials

Nachfolgend will ich dir zeigen, wie du den perfekten Kaffee mit der Siebträgermaschine zubereiten kannst. Falls du Unterstützung bezüglich der erforderlichen Hilfsmittel benötigst, möchte ich die auf folgende Seiten verweisen:

Schritt 1 – Die Tassen vorheizen

Ein perfekter Espresso beginnt nicht erst mit dem Mahlen der Bohnen oder dem Tampern des Kaffeemehls – sondern bereits mit einer ideal vorgewärmten Tasse. Da ein Espresso mit nur etwa 25–30 ml eine geringe Flüssigkeitsmenge besitzt, kann eine kalte Tasse die Temperatur des frisch extrahierten Kaffees sofort herabsetzen. Dies beeinflusst nicht nur das Mundgefühl, sondern auch das Geschmacksprofil negativ: Säuren treten stärker hervor, während Süße und Körper abgeschwächt werden. Ein ideal temperierter Espresso hingegen bleibt länger stabil und entfaltet sein volles Aroma.

Methoden zum Vorwärmen der Tassen

1. Nutze den Tassenwärmer der Maschine

Viele hochwertige Siebträgermaschinen verfügen über eine Tassenablage mit passiver Wärmezufuhr durch die Abwärme der Maschine. Damit diese Methode effektiv ist, sollte die Maschine bereits ausreichend lange vorgeheizt sein – idealerweise mindestens 20 bis 30 Minuten. Lege deine Espressotassen umgedreht auf die Warmhaltefläche, um eine gleichmäßige Erwärmung zu gewährleisten. Diese Methode ist praktisch und energieeffizient, da sie bereits bestehende Wärme nutzt.

2. Vorheizen mit der Dampflanze

Besitzt du eine Zweikreiser-, Dualboiler- oder Handhebelmaschine, kannst du die Tasse mit Wasserdampf auf Temperatur bringen. Halte dazu die leere Tasse unter die Dampflanze und leite vorsichtig Dampf hinein, bis die Tasse spürbar warm ist. Diese Methode ist schnell und effektiv, birgt jedoch das Risiko, dass sich Kondenswasser in der Tasse sammelt. Achte darauf, überschüssiges Wasser auszuleeren, bevor du den Espresso extrahierst.

3. Vorwärmen mit dem Heißwasserauslauf

Falls deine Maschine über einen separaten Heißwasserauslauf verfügt, kannst du die Tassen auch mit heißem Wasser füllen. Diese Methode eignet sich besonders für Einkreiser-Maschinen oder wenn du keine Dampflanze nutzen möchtest.

Ein zusätzlicher Vorteil dieser Technik: Wenn du das heiße Wasser durch den eingespannten, leeren Siebträger laufen lässt, wärmst du diesen gleichzeitig mit auf. Ein vorgewärmter Siebträger sorgt für eine gleichmäßige Extraktion, da das Kaffeemehl beim Kontakt mit Metall keine plötzlichen Temperaturschwankungen erfährt.

Tipp: Während du das Kaffeemehl mahlst und den Siebträger vorbereitest, kann das heiße Wasser in der Tasse bleiben. So bleibt die Wärme erhalten, bis du den Espresso extrahierst. Vergiss jedoch nicht, das Wasser vor dem Bezug zu entleeren!

Sicherheitshinweis

Achte darauf, dass die Tassen nicht zu heiß werden – sie sollten angenehm warm, aber nicht verbrühend heiß sein. Eine Temperatur von etwa 40–45°C ist ideal. Greife die Tassen vorsichtig oder nutze ein Tuch, um dich nicht zu verbrennen.

Fazit

Das Vorwärmen der Tassen ist ein kleiner, aber essenzieller Schritt für einen perfekten Espresso. Es bewahrt die Temperaturstabilität, verbessert das Mundgefühl und sorgt für ein ausgewogenes Geschmacksprofil. Ganz gleich, welche Methode du bevorzugst – eine warme Tasse ist die Basis für höchsten Espressogenuss.

Schritt 2 – Den Kaffee mahlen

Einer der wichtigsten Schritte bei der Zubereitung eines hervorragenden Espressos ist das Mahlen der Kaffeebohnen. Hierbei spielt es eine entscheidende Rolle, dass du keine zu alten Bohnen verwendest. Neben dem erheblichen Einfluss auf den Geschmack führt der bereits eingetretene Verlust von Kaffeeölen dazu, dass das Wasser zu schnell durch das Kaffeemehl fließt. Dies hat zur Folge, dass es irgendwann selbst bei einem sehr feinen Mahlgrad nicht mehr möglich ist, das Wasser in der gewünschten Zeit von 25 Sekunden durch den Siebträger zu leiten. Aus diesem Grund ist es meist auch nicht mehr möglich, Espresso mit im Supermarkt gekauften Bohnen zuzubereiten. Diese Bohnen haben in der Regel schon eine lange Zeit in der Tüte gelegen, sodass sich ein großer Teil des Kaffeeöls bereits verflüchtigt hat. Du solltest deine Kaffeebohnen daher am besten selbst rösten oder in einer kleinen Kaffeerösterei kaufen, die regelmäßig röstet.

Frische Bohnen und der richtige Mahlgrad

Hast du dir frische Kaffeebohnen besorgt und möchtest sie mahlen, spielt die richtige Einstellung der Mühle eine entscheidende Rolle. Achte darauf, dass du deine Mühle nur bei laufendem Mahlwerk verstellst, um zu verhindern, dass Bohnen eingeklemmt werden und das Mahlwerk blockiert.

Die richtige Mahlgrad-Einstellung ist essenziell:

  • Werden die Bohnen zu grob gemahlen, fließt das Wasser zu schnell durch den Puck, und es werden nicht genug Aromastoffe extrahiert.
  • Sind die Bohnen zu fein gemahlen, kann es sein, dass das Wasser überhaupt nicht durch das Kaffeemehl gepresst wird.

Besonders bei Handhebelmaschinen kann zu feines Mahlen problematisch sein. Wenn sich der Wasserdruck hinter dem Siebträger aufstaut, kann es passieren, dass Wasser und Kaffeemehl in alle Richtungen spritzen, sobald du den Siebträger entnimmst. Falls du feststellst, dass kein Wasser durch den Puck fließt, solltest du die Kaffeemaschine ausschalten und 30–60 Sekunden warten, bevor du den Siebträger vorsichtig und langsam herausnimmst.

Fließt das Wasser zwar durch, aber dauert der Bezug länger als die ideale Durchflusszeit von etwa 25 Sekunden, hast du zu fein gemahlen. Dies kann dazu führen, dass der Espresso bitter schmeckt.

Die richtige Kaffeemenge und Mahlgrad-Anpassung

Der optimale Mahlgrad hängt von zwei Faktoren ab: der Menge des verwendeten Kaffeemehls sowie der verwendeten Kaffeebohne.

Empfohlene Kaffeemengen:

  • Einfacher Espresso: 7–9 g
  • Doppelter Espresso: 12–14 g
  • Ristretto: 7–9 g

Da die ideale Durchflusszeit für einen einfachen und einen doppelten Espresso stets etwa 25 Sekunden beträgt, musst du für einen doppelten Espresso eine größere Kaffeemenge gröber mahlen als für einen einzelnen.

Um den richtigen Mahlgrad zu ermitteln, kannst du deine Bohnenmenge vor dem Mahlen mit einer Feinwaage abwiegen. Es gibt zwei Methoden:

  1. Präzise Methode: Bewahre die Bohnen nicht im Bohnenbehälter der Mühle auf, sondern wiege jedes Mal die benötigte Menge ab und mahle nur diese. Dies ermöglicht einen leichteren Wechsel zwischen verschiedenen Bohnen und bewahrt das Aroma besser.
  2. Erfahrungsbasierte Methode: Sobald du Erfahrung mit einer bestimmten Bohnensorte gesammelt hast, kannst du nach Augenmaß mahlen und dich an der Füllhöhe im Siebträger orientieren.

Viele Mühlen haben eine elektronische Dosierhilfe, die auf Knopfdruck die Kaffeemenge für einen einfachen oder doppelten Espresso mahlt.

Einfluss der Kaffeebohne auf den Mahlgrad

Verschiedene Variablen beeinflussen, wie schnell das Wasser durch das Kaffeemehl fließt, darunter:

  • Anbaugebiet
  • Alter der Bohne
  • Röstgrad

Da sich der ideale Mahlgrad mit jeder neuen Charge an Bohnen ändern kann, musst du ihn regelmäßig durch Ausprobieren anpassen. Selbst wenn Sorte und Röstdauer gleich bleiben, verändert sich der Mahlgrad im Laufe der Zeit. Bei frisch gerösteten Bohnen beispielsweise kann die höhere Menge an Kaffeeölen die Durchflussgeschwindigkeit senken, sodass du gröber mahlen musst.

Tipps zur Mahlgrad-Speicherung und Mühlenwahl

Markiere dir an deiner Mühle, welchen Mahlgrad du für welche Bohne mit welcher Kaffeemenge benutzt hast. So kannst du schnell zwischen verschiedenen Bohnensorten oder Getränken wechseln. Falls du häufig zwischen verschiedenen Getränken oder Anbaugebieten wechselst (z. B. morgens Monsooned Malabar, mittags äthiopischen Yirgacheffe oder morgens einfacher, mittags doppelter Espresso), könnte eine zweite Mühle sinnvoll sein. Dadurch musst du den Mahlgrad nicht ständig umstellen.

Nach dem Mahlen: Vorbereitung des Siebträgers

Nachdem du das Kaffeemehl gemahlen hast, solltest du es in das Sieb des Siebträgers füllen. Dieser sollte bis zu diesem Zeitpunkt zum Anwärmen in die Siebträgermaschine eingespannt gewesen sein. Bevor du das Sieb mit Kaffeemehl befüllst, trockne es kurz ab, falls es feucht ist.

Reinige außerdem die Mühle nach dem Mahlvorgang grob von überschüssigem Kaffeemehl, da dieses ranzig werden und den Geschmack zukünftiger Espressi negativ beeinflussen kann. Ein kleiner Pinsel eignet sich ideal, um alle zugänglichen Stellen auszukehren.


Mit diesem Wissen hast du die Grundlagen für den perfekten Mahlgrad geschaffen. Der nächste Schritt ist das Tampern des Kaffeemehls, um eine gleichmäßige Extraktion zu gewährleisten.

Das Kaffeemehl tampern

Nachdem du das Kaffeemehl gemahlen und in den Siebträger gefüllt hast, kommt nun der nächste entscheidende Schritt: das Tampern. Dabei wird das Kaffeemehl gleichmäßig verdichtet, um einen optimalen Wasserdurchfluss zu gewährleisten. So wird sichergestellt, dass alle Bestandteile des Kaffeemehls gleichmäßig extrahiert werden und sich das volle Aroma entfalten kann. Ohne eine gleichmäßige Verdichtung sucht sich das Wasser den Weg des geringsten Widerstands – es entsteht sogenanntes Channeling, bei dem das Wasser durch kleine Kanäle im Kaffeemehl fließt, anstatt es gleichmäßig zu durchdringen.

Das Kaffeemehl verteilen

Bevor du tamperst, solltest du das Kaffeemehl gleichmäßig im Siebträger verteilen. Am besten streichst du mit dem Zeigefinger von links nach rechts über das Kaffeemehl. Alternativ kannst du den Siebträger leicht hin- und herbewegen, um eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen. Falls sich zu wenig Kaffeemehl im Sieb befindet, solltest du die Menge anpassen, um eine ideale Basis für den Tampervorgang zu schaffen.

Das Kaffeemehl festdrücken

Um das Kaffeemehl gleichmäßig und effektiv anzudrücken, benötigst du einen hochwertigen Tamper, idealerweise mit einem Metallboden. Plastik-Tamper, die oft mit Espressomaschinen geliefert werden, sind weniger geeignet, da sie kein gleichmäßiges Ergebnis liefern. Ob du einen Tamper mit konvexem oder planen Boden wählst, hängt von deinen Vorlieben und der verwendeten Maschine ab.

Setze den Siebträger in eine Andrückstation oder stabil auf eine ebene Fläche. Dies erleichtert es, das Kaffeemehl gleichmäßig anzudrücken. Setze den Tamper wie einen Stempel möglichst gerade auf das Kaffeemehl und drücke es mit einem gleichmäßigen Druck von etwa 15 kg an. Falls du unsicher bist, wie viel Druck das ist, kannst du es mit einer Personenwaage testen: Drücke den Tamper darauf, bis die Anzeige 15 kg erreicht. Wichtig ist, dass du den Tamper gerade hältst, damit die Oberfläche des Kaffeemehls nicht schief wird – eine unebene Oberfläche führt dazu, dass das Wasser ungleichmäßig fließt.

Die Oberfläche glätten

Nach dem Andrücken sammelt sich oft etwas loses Kaffeepulver am Rand des Siebträgers. Um eine perfekte Oberfläche zu erzielen, klopfe zweimal leicht mit dem Tamper gegen den Siebträgerrand. Anschließend setze den Tamper erneut vorsichtig auf das Kaffeemehl – diesmal ohne Druck – und drehe ihn langsam zweimal um die eigene Achse. Dadurch integrierst du das lockere Kaffeepulver in die Oberfläche, sodass eine glatte Fläche entsteht.

Überprüfung der Tamping-Qualität

Ein guter Indikator für korrektes Tampern ist die Oberfläche des Kaffeesatzes nach dem Espresso-Bezug. Schau dir den Puck an, bevor du ihn entsorgst: Wenn er eine glatte und gleichmäßige Oberfläche hat, hast du alles richtig gemacht. Falls sich Kanäle oder ungleichmäßige Strukturen zeigen, solltest du beim nächsten Mal besonders auf eine gleichmäßige Verteilung und eine gerade Tamperhaltung achten.

Durch präzises Tampern kannst du die Qualität deines Espressos erheblich steigern und das volle Aroma deiner Kaffeebohnen optimal extrahieren.

Schritt 3: Den Espresso beziehen

Nachdem du das Kaffeemehl nun angedrückt und geglättet hast, kannst du den Siebträger in die Kaffeemaschine einklemmen und den Espresso beziehen.

Idealerweise sollten in etwa 25 Sekunden ca. 25–30 ml Espresso extrahiert werden. Ist dies nicht der Fall, solltest du dich noch einmal mit den vorherigen Schritten beschäftigen.

Bei den unterschiedlichen Maschinentypen gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Nachfolgend gehe ich zunächst speziell auf den Einkreiser ein, bevor ich dann zum Zweikreiser, den Dualboiler und die Handhebelmaschine übergehe:

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Der Einkreiser

Wenn du mit deinem Einkreiser einfach nur einen durchschnittlichen Espresso zubereiten möchtest, musst du grundsätzlich nicht viel beachten. Sobald die Maschine ausreichend aufgeheizt ist, klemmst du den Siebträger ein und startest den Espressobezug.

Möchtest du jedoch einen wirklich guten Espresso zubereiten und besitzt einen Einkreiser, bei dem die Temperatur durch einen Bimetall-Thermoschalter geregelt wird, kann es zu starken Schwankungen der Bezugstemperatur kommen. Das liegt daran, dass dieser Thermoschalter sehr langsam reagiert. Eine gleichmäßige und konstante Extraktion kann dadurch schwierig werden.

Hier hilft ein Trick: das sogenannte Temperatursurfen. Damit nutzt du gezielt die verschiedenen Heizzyklen deiner Maschine aus. Und so funktioniert es:

  1. Nach dem Einschalten der Maschine wartest du ca. 20–30 Minuten, bis alle Komponenten gleichmäßig aufgeheizt sind.
  2. Beziehe so lange Wasser, bis die Heizung anspringt.
  3. Warte, bis die Heizung sich wieder abschaltet. Jetzt hat das Wasser seine maximale Temperatur erreicht.
  4. Ab diesem Moment beginnt das Wasser langsam abzukühlen, bis die Heizung für den nächsten Zyklus wieder anspringt.
  5. Stoppe die Zeit zwischen dem Abschalten der Heizung und deinem Espressobezug. So kannst du eine konstante Wassertemperatur sicherstellen.

Mit dieser Methode kannst du auch die Temperatur an verschiedene Bohnen anpassen:

  • Espresso schmeckt zu bitter? Die Wassertemperatur war zu hoch. Warte etwas länger, bevor du den Bezug startest.
  • Espresso schmeckt zu sauer? Die Temperatur war zu niedrig. Verkürze die Wartezeit.

Falls die Temperatur deiner Maschine selbst bei sofortigem Espressobezug noch zu niedrig sein sollte, kannst du sie erhöhen, indem du kurz auf Dampfbezug umschaltest. Dadurch springt die Heizung wieder an. Sobald das Wasser ausreichend erhitzt ist, schaltest du wieder in den Espressomodus und startest sofort den Bezug. Um diese Temperatur später erneut zu erreichen, misst du die Zeit zwischen dem Umschalten auf den Dampfmodus und dem Zurückschalten auf Espressobezug.

Milch aufschäumen mit dem Einkreiser

Wenn du mit deinem Einkreiser Cappuccino zubereiten möchtest, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Da für den Espressobezug und den Dampfbezug unterschiedliche Kesseltemperaturen benötigt werden, musst du zwischen den Modi wechseln:

  1. Auf Dampfbezug umstellen:
    • Öffne den Dampfhahn. Es kommt zunächst heißes Wasser heraus. Fange dieses mit einer separaten Tasse auf.
    • Durch das Ablassen des Wassers entsteht Platz für Dampf im Kessel.
    • Sobald Dampf austritt, kannst du den Hahn wieder schließen.
    • Die Maschine heizt nun auf die benötigte Dampftemperatur.
  2. Milch aufschäumen:
    • Wenn die Dampftemperatur erreicht ist, kannst du den Dampf zum Aufschäumen der Milch nutzen.
  3. Zurück zur Espressotemperatur:
    • Nach dem Milchaufschäumen musst du die Maschine wieder auf Espressobezug vorbereiten.
    • Schalte den Dampfmodus aus, öffne den Dampfhahn und schalte die Pumpe ein.
    • Die Pumpe füllt frisches Wasser in den Kessel, während der restliche Dampf entweicht.
    • Warte, bis nur noch Wasser aus dem Dampfhahn kommt. Dann kannst du den Hahn schließen und die Pumpe ausschalten.
  4. Warten oder Abkühlen:
    • Bevor du den nächsten Espresso beziehst, sollte das Wasser auf die ideale Espressotemperatur abkühlen.
    • Um diesen Prozess zu beschleunigen, kannst du heißes Wasser aus der Maschine beziehen. Dadurch wird kaltes Wasser aus dem Tank in den Kessel gepumpt, was die Temperatur schneller senkt.

Da es viele verschiedene Einkreisermodelle gibt, solltest du in der Bedienungsanleitung deiner Maschine nachsehen, ob dein Gerät genau so funktioniert. Manche Modelle weichen möglicherweise von dieser Beschreibung ab.

Der Zweikreiser

Bevor du mit einem Zweikreiser Espresso beziehen kannst, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.

Zunächst sollte die Maschine vor dem ersten Espressobezug etwa 30 Minuten aufheizen. Erst dann haben alle Komponenten die optimale Betriebstemperatur erreicht.

Bevor du den ersten Espresso beziehst, solltest du einen Leerbezug durchführen – besonders dann, wenn der letzte Espressobezug schon länger zurückliegt. Wie lange diese Pause sein darf, hängt vom jeweiligen Maschinentyp ab und lässt sich durch Ausprobieren bestimmen.

Der Grund für den Leerbezug liegt in der Konstruktion des Zweikreisers: Im Kessel herrscht eine Temperatur, die ideal für den Dampfbezug ist, aber für Espresso zu hoch wäre. Da der Espressokreislauf durch diesen Kessel führt, heizt sich das Wasser auf Kesseltemperatur auf. Ohne Leerbezug wäre das Wasser also viel zu heiß, und der Espresso würde überextrahiert und ungenießbar werden.

So führst du den Leerbezug richtig durch:

  1. Lasse Wasser aus der Brühgruppe laufen, bis kaum noch Dampf austritt.
  2. Durch diesen Vorgang wird das überhitzte Wasser aus dem Espressokreislauf entfernt.
  3. Frisches Wasser aus dem Tank strömt nach und wird auf dem Weg durch den Kessel auf die ideale Espressotemperatur gebracht.

Wichtig: Der Leerbezug sollte nicht mit eingespanntem Siebträger erfolgen, da dieser sonst überhitzt. Führe den Leerbezug erst durch, nachdem du den Siebträger mit frisch gemahlenem und getampertem Kaffeemehl vorbereitet hast. Andernfalls könnte sich das Wasser im Espressokreislauf bereits wieder zu stark erhitzen, bevor du den Espresso beziehst.

Der Dualboiler

Ebenso wie bei Zweikreisermaschinen sollte auch ein Dualboiler vor dem ersten Espressobezug etwa 30 Minuten aufgeheizt werden, damit alle Komponenten die ideale Betriebstemperatur erreichen. Danach kannst du deinen Espresso direkt beziehen.

Dank des PID-Reglers kannst du die Wassertemperatur präzise anpassen. Wenn du eine neue Bohnensorte ausprobierst, empfiehlt es sich, mit verschiedenen Temperaturen zu experimentieren. Nutze ruhig die gesamte Spanne von 90–94°C, die als ideal für Espresso gilt. Sehr säurehaltige Bohnen profitieren oft sogar von Temperaturen bis zu 96°C.

Die Handhebelmaschine

Handhebelmaschinen sind eine besondere Klasse der Espressomaschinen, die durch manuelle Druckerzeugung eine einzigartige Kontrolle über den Brühprozess ermöglichen. Besonders bei kleinen Haushalts-Handhebelmaschinen gibt es jedoch viele Feinheiten zu beachten. Es kann einige Zeit dauern, bis du deinen ersten wirklich exzellenten Espresso extrahierst. Doch die Mühe lohnt sich: Handhebelmaschinen sind für viele Baristas das Nonplusultra der Espressozubereitung, da sie ein unvergleichliches Geschmackserlebnis bieten. Zudem sind die kleinen Erfolgsmomente auf dem Weg zur Perfektion ein Ansporn, sich weiter mit der Technik auseinanderzusetzen.

Vorbereitung der Maschine

Bevor du deine Handhebelmaschine einschaltest, solltest du immer sicherstellen, dass sich genügend Wasser im Kessel befindet. Da das Wasser nicht während des Betriebs nachgefüllt werden kann, müsstest du im Falle eines zu niedrigen Wasserstands warten, bis die Maschine vollständig abgekühlt ist, bevor du nachfüllen kannst. Eine ideale Füllmenge liegt bei etwa zwei Dritteln bis drei Vierteln des Kesselvolumens.

Handhebelmaschinen haben die Besonderheit, dass ihre Brühgruppe fest mit dem Kessel verbunden ist. Dies führt dazu, dass sie bei längerer Standzeit zum Überhitzen neigen. Deshalb solltest du die Maschine nicht über längere Zeit vorheizen. Stattdessen wartest du, bis die Heizung sich das erste Mal abschaltet – das ist der Moment, in dem das Wasser seine maximale Temperatur erreicht hat. Dies erkennst du am Verstummen des kochenden Wassers, einer Druckanzeige oder einer Kontrollleuchte, je nach Modell.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Ablassen des überschüssigen Drucks. Dazu öffnest du den Dampfhahn für etwa zwei Sekunden und schließt ihn dann wieder. Danach wird sich die Heizung erneut einschalten. Sobald sie sich erneut abschaltet, solltest du einen kurzen Leerbezug durch den Siebträger durchführen. Anders als beim Zweikreiser dient dieser nicht dem Ablassen überhitzten Wassers, sondern vielmehr dazu, die Brühgruppe und den Siebträger gleichmäßig auf Temperatur zu bringen.

Der Espressobezug mit der Handhebelmaschine

Nachdem die Maschine bereit ist, kannst du etwa zwei bis drei Espressi hintereinander beziehen, bevor sich die Brühgruppe zu stark aufheizt. Wenn dies geschieht, trifft das Wasser mit einer zu hohen Temperatur auf das Kaffeemehl, was eine Überextraktion und einen bitteren Geschmack zur Folge hat. Da das Wasser in Handhebelmaschinen auf eine höhere Temperatur erhitzt wird, als für den Espresso ideal wäre, wird es beim Durchlaufen der Brühgruppe heruntergekühlt. Ist die Brühgruppe jedoch zu heiß, reicht dieser Effekt nicht mehr aus.

Ein einfacher Trick zur Kühlung besteht darin, eine Schüssel mit kaltem Wasser bereitzustellen und die Brühgruppe vorsichtig hinein zu tauchen (ohne den Siebträger eingespannt zu haben). Zusätzlich kannst du den Hebel leicht anheben, um kaltes Wasser aus dem Tank in die Brühgruppe zu ziehen. Achte jedoch darauf, den Hebel nicht zu weit anzuheben, damit kein Wasser aus dem Kessel nachfließt. Wiederhole diesen Vorgang gegebenenfalls, bis die Brühgruppe wieder eine angemessene Temperatur erreicht hat.

Die richtige Technik beim Espressobezug

  1. Siebträger einsetzen:
    • Hebe den Handhebel leicht an, kurz bevor Wasser in die Brühgruppe einströmt.
    • Spanne dann den Siebträger ein. Hebst du den Hebel nicht an, kann das Kaffeemehl beim Hochziehen angesaugt und ungleichmäßig verteilt werden, was zu Channeling führt.
  2. Preinfusion:
    • Ziehe den Hebel langsam bis zum Anschlag nach oben.
    • Nun strömt Wasser durch den Druck des Kessels in die Brühgruppe und beginnt, das Kaffeemehl zu benetzen.
    • Diese Preinfusion sorgt für eine gleichmäßige Extraktion und verhindert, dass sich Kanäle im Kaffeemehl bilden.
    • Die Dauer der Preinfusion kannst du selbst steuern. Ein Zeitraum von 5–10 Sekunden hat sich als ideal erwiesen.
  3. Der Fellini-Move:
    • Besonders gute Ergebnisse kannst du mit dem Fellini-Move erzielen.
    • Nachdem du den Hebel bis zum Anschlag nach oben gezogen hast, drückst du ihn mehrfach leicht nach unten (ca. 10 %) und ziehst ihn wieder an.
    • Dadurch wird das Kaffeemehl noch gleichmäßiger gesättigt.
  4. Espresso beziehen:
    • Drücke nun den Hebel unter konstantem Druck langsam nach unten.
    • Dieser Vorgang sollte etwa 25 Sekunden dauern.
    • Übe gleichmäßigen Druck aus, um eine homogene Extraktion zu gewährleisten.

Nach dem Espressobezug

Bei einigen Handhebelmaschinen kann sich nach dem Herunterdrücken des Hebels noch Druck hinter dem Siebträger befinden. Wenn du diesen sofort herausnimmst, kann heißes Wasser mit Kaffeemehl herausspritzen. Um dies zu vermeiden, warte einige Sekunden und hebe den Hebel leicht an, um den restlichen Druck langsam entweichen zu lassen. Danach kannst du den Siebträger gefahrlos entfernen.

Fazit

Die Zubereitung von Espresso mit einer Handhebelmaschine ist eine Kunst, die Geduld und Übung erfordert. Doch mit der richtigen Technik kannst du einen unvergleichlichen Espresso zubereiten, der durch seine komplexen Aromen und perfekte Balance überzeugt. Die Kombination aus manueller Kontrolle, optimaler Preinfusion und individueller Druckanpassung macht den Espressobezug mit einer Handhebelmaschine zu einem einzigartigen Erlebnis.

Reinigung der Siebträgermaschine

Eine regelmäßige Reinigung ist essenziell für konstant hochwertigen Espresso. Bereits kleinste Kaffeereste können schnell ranzig werden und den Geschmack deines Espressos erheblich beeinträchtigen.

  • Nach jedem Espressobezug:
    • Lasse etwas Wasser aus der Brühgruppe laufen, um Kaffeereste zu entfernen.
    • Leere das Kaffeemehl aus dem Sieb und spüle es gründlich mit Wasser aus.
  • Nach dem Milchaufschäumen:
    • Wische die Dampflanze mit einem feuchten Tuch ab, um Milchreste zu entfernen.
    • Öffne die Dampflanze kurz erneut, damit eventuell eingedrungene Milchreste herausgeblasen werden.
  • Tägliche Reinigung:
    • Bürste die Brühgruppe mit einer speziellen Brühgruppenbürste ab, um letzte Kaffeemehlreste zu entfernen.
    • Entleere den Wassertank, besonders wenn die Maschine einige Tage nicht genutzt wird, um Keimbildung zu vermeiden.
  • Wöchentliche Reinigung (Rückspülen):
    • Das Rückspülen sollte nur bei Maschinen mit Magnetventil durchgeführt werden. Handhebelmaschinen oder Maschinen ohne Magnetventil dürfen nicht rückgespült werden, da dies die Maschine beschädigen kann.
    • Setze ein Blindsieb mit Kaffeefettlöser in den Siebträger ein.
    • Starte einen Espressobezug, bis sich Druck aufbaut, und beende ihn dann.
    • Wiederhole diesen Vorgang, bis nur noch sauberes Wasser aus der Maschine läuft.
  • Entkalkung:
    • Je nach Wasserhärte und Nutzung sollte die Maschine alle 6–24 Monate entkalkt werden.
    • Zweikreiser sollten nur von Fachleuten entkalkt werden, um Schäden durch gelöste Kalkstücke zu vermeiden.

Eine saubere Siebträgermaschine sorgt nicht nur für besseren Geschmack, sondern verlängert auch die Lebensdauer deiner Espressomaschine erheblich.

Troubleshooting: Probleme erkennen und lösen

Die Zubereitung von Espresso ist eine Kunst, die Geduld, Präzision und ein tiefes Verständnis der Maschine erfordert. Doch selbst mit der besten Technik können gelegentlich Probleme auftreten. In diesem Abschnitt findest du die häufigsten Schwierigkeiten bei der Espressozubereitung und praxisnahe Lösungen, um sie zu beheben. Lies dir dieses Kapitel einmal durch, damit du vorbereitet bist, wenn ein Problem auftritt.


1. Der Espresso schmeckt bitter

Mögliche Ursachen:

  • Zu lange Bezugszeit (über 25 Sekunden)
  • Zu hohe Wassertemperatur
  • Zu feiner Mahlgrad
  • Überextraktion
  • Dunkle oder stark geröstete Bohnen

Lösung:

  • Kontrolliere die Bezugszeit mit einer Stoppuhr – ideal sind etwa 25 Sekunden.
  • Reduziere die Wassertemperatur, falls deine Maschine über ein PID-System verfügt.
  • Nutze Temperatursurfen bei Einkreisern oder einen Leerbezug bei Zweikreisern, um Überhitzung zu vermeiden.
  • Verwende heller geröstete Bohnen, falls du eine zu starke Bitterkeit wahrnimmst.

2. Der Espresso schmeckt zu sauer

Mögliche Ursachen:

  • Zu kurze Bezugszeit (unter 20 Sekunden)
  • Zu niedrige Wassertemperatur
  • Zu grober Mahlgrad
  • Unzureichendes Aufheizen der Maschine

Lösung:

  • Prüfe, ob die Maschine ausreichend lange vorgeheizt wurde (20–30 Minuten bei den meisten Modellen).
  • Erhöhe die Wassertemperatur, falls deine Maschine ein PID-System besitzt.
  • Mahle feiner, um eine bessere Extraktion zu erzielen.
  • Stelle sicher, dass der Siebträger ebenfalls aufgewärmt ist.

3. Das Wasser fließt zu schnell durch den Siebträger

Mögliche Ursachen:

  • Zu grober Mahlgrad
  • Veraltete Bohnen
  • Ungleichmäßiges oder zu schwaches Tampern

Lösung:

  • Stelle den Mahlgrad feiner ein, um den Widerstand für das Wasser zu erhöhen.
  • Nutze nur frische Bohnen – idealerweise nicht älter als vier Wochen nach der Röstung.
  • Achte auf gleichmäßiges und festes Tampern, um Channeling zu vermeiden.

4. Der Espresso ist zu kalt

Mögliche Ursachen:

  • Tassen nicht vorgewärmt
  • Maschine nicht lange genug aufgeheizt
  • Zu niedrige Wassertemperatur

Lösung:

  • Erwärme deine Tassen mit heißem Wasser oder auf dem Tassenwärmer der Maschine.
  • Stelle sicher, dass die Maschine ausreichend vorgeheizt wurde.
  • Falls deine Maschine ein PID-System hat, erhöhe die Brühtemperatur um ein paar Grad.

5. Der Espresso hat zu wenig Crema

Mögliche Ursachen:

  • Alte Bohnen
  • Zu kurze Bezugszeit
  • Ungünstige Bohnenmischung

Lösung:

  • Verwende frische Bohnen und bewahre sie luftdicht auf.
  • Achte auf die richtige Extraktionszeit von ca. 25 Sekunden.
  • Eine Mischung mit einem höheren Anteil an Robustabohnen kann die Crema verbessern.

6. Löcher im Kaffeepuck (Channeling)

Mögliche Ursachen:

  • Ungleichmäßiges Tampern
  • Zu feines Mahlgut
  • Unzureichende Preinfusion

Lösung:

  • Achte darauf, dass das Kaffeemehl gleichmäßig verteilt und sauber getampert wird.
  • Falls deine Maschine es zulässt, verlängere die Preinfusion, damit das Kaffeemehl gleichmäßiger befeuchtet wird.
  • Bei Handhebelmaschinen kann der Fellini-Move helfen, Channeling zu reduzieren.

7. Der Siebträger lässt sich nur schwer einspannen oder lösen

Mögliche Ursachen:

  • Zu viel Kaffeemehl im Sieb
  • Gummidichtung der Brühgruppe verschlissen

Lösung:

  • Reduziere die Kaffeemenge leicht (z. B. von 18 g auf 17 g bei einem Doppelsieb).
  • Prüfe die Dichtung der Brühgruppe und ersetze sie gegebenenfalls.

8. Die Dampflanze produziert wenig oder keinen Dampf

Mögliche Ursachen:

  • Verkalkung oder Milchreste in der Dampflanze
  • Zu niedriger Kesseldruck

Lösung:

  • Spüle die Dampflanze nach jedem Gebrauch gründlich durch.
  • Falls nötig, führe eine Entkalkung der Maschine durch (Achtung: Bei Zweikreisern nur durch Fachbetriebe).

9. Die Pumpe macht laute Geräusche oder fördert kein Wasser

Mögliche Ursachen:

  • Luft in der Pumpe
  • Verstopfung durch Kalk oder Kaffeefette

Lösung:

  • Lasse Wasser durch die Brühgruppe laufen, um Luft aus der Pumpe zu entfernen.
  • Falls keine Besserung eintritt, reinige die Maschine gründlich und entkalke sie bei Bedarf (Achtung: Bei Zweikreisern nur durch Fachbetriebe).

Fazit

Probleme bei der Espressozubereitung lassen sich oft mit einfachen Maßnahmen beheben. Die wichtigsten Faktoren sind ein gleichmäßiger Mahlgrad, eine stabile Brühtemperatur und eine korrekte Extraktionszeit. Mit etwas Übung und einem aufmerksamen Blick auf deine Maschine kannst du viele Schwierigkeiten selbst lösen und so den perfekten Espresso genießen.


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